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Veranstaltungsreihe zur Sturmflut 1962 in Kooperation mit VHS Tönning und den Tourist- und Freizeitbetrieben Tönning

 

Nordfriesische Nachrichten, 19. Feb. 1962

Die Sturmflut von 1962 als Politikum der Nachkriegszeit

Referent: Priv.-Doz. Dr. Stubbe da Luz, Helmut-Schmidt Universität Hamburg


Allzuschnell werden Überflutungen, Erdbeben etc. als Naturkatastrophe abgetan, und dabei geht unter, wie sehr sie auch durch menschliches Versagen hervorgerufen worden sind.

Plötzliche oder extreme Veränderungen in der Natur werden dann als Katastrophen wahrgenommen, wenn Schaden für Menschen entsteht. Der Mensch ist hierbei immer ein mitwirkender Faktor – durch die Ignoranz von Risiken, mangelnde Vorsorge, Unkenntnis und nicht selten als aktiver Mitverursacher.

Häufig wird hernach über Verantwortlichkeiten und Fehler gestritten, anderenfalls unterbleibt die politische Debatte, weil sich keine ausschlaggebende Seite davon Profit erhofft. Bei der 1962er Sturmflut kommt hinzu, welche Rolle sie im Rahmen des Kalten Kriegs spielte: Die DDR-Propaganda instrumentalisierte sie für ihre Hetze gegen die westdeutsche Wiederaufrüstung, Helmut Schmidt instrumentalisierte sie für sein Engagement zugunsten der Notstandsgesetze.

 

Vortrag, 19:00 im Packhaus

 

Sturmflut 1962: Suche nach vermißter Familie